Wärmebildkamera Pulsar Quantum XQ - ein Gerät mit herausragendem Finderwillen (2024)

Hallo Geartestleser,

jederAusrüstungsgegenstand hat seine Nachteile, auch die Wärmebildkameras derXQ-Baureihe von PULSAR haben welche und doch hat der Blick durch die XQ 50 Sfür mich alles verändert.

Menschen sind von der Evolution, was das nächtliche Sehen betrifft, nichtübermäßig bedacht worden. Die menschliche Lichtadaption, die auch noch im Alternachlässt, kann gerade bei schlechtem Licht Hilfe gebrauchen. BewährteHilfsmittel sind Nachtferngläser mit einem Objektivdurchmesser von 50 bzw. 56.Die Technik bleibt allerdings nicht stehen und so schielten Technikaffinebereits seit längerem auf Nachtsichttechnik. Dabei ist die Nachtsichttechnik,die auf Restlichtverstärkung oder dem Darstellen von Wärmequellen beruht,mittlerweile erschwinglich geworden.Wärmebildkamera Pulsar Quantum XQ - ein Gerät mit herausragendem Finderwillen (1)

So ist der Preis immer noch für mich ein Nachteil, denn für die knapp 380 Grammleichte Wärmebildgeräte Pulsar Quantum XQ sind immer noch um die 3000 € zubezahlen. Der Mehrwert muss entsprechend sein, sonst lohnt sich der Kauf nicht.

Die Pulsar XQ Baureihe im Überblick

Die Gerätewerden von der Firma PULSAR aus Weissrussland hergestellt. Die Zahl 19/ 38/ 50beschreibt den Durchmesser der Objektive. Die XQ - Baureihe ist die derzeitneueste Baureihe. Die Vorteile gegenüber der vorherigen XD Baureihe

  • 17µm Pixelgröße (dadurch haben Sie ein feineres Bild)
  • absolut geräuschloser Kalibrierungsmodi
  • bis zu 1800m Reichweite und 4,1 bis 16,4x Digitalzoom.

DerDigitalzoom vergrößert das vorhandene Bild und je größer, desto undefinierterwird es. Hier bietet das 50 S ein grundsolides Urbild, das auch in derVergrößerung Aussagen zulässt.

Letztlich bestimmt der spätere Verwendungszweck auch die Wahl des Gerätes. DerFörster benötigt beim Blick über die Waldschneise weniger Reichweite, als derFeldjäger, der den 50 ha milchreifen Weizenschlag nach Schwarzwild absuchenmöchte.

Wärmebildkamera Pulsar Quantum XQ - ein Gerät mit herausragendem Finderwillen (2)

Ich konnte über die Firmawww.jagdf*ck.dedasPulsar Quantum XQ 38 und 50 S ausprobieren. Das 50 s begleitete mich auf einerUngarnreise, wo es zahlreiche Möglichkeiten gab, die Vielseitigkeit des Gerätesfestzustellen. Das 38 s benutzte ich in der heimischen Jagd.

Was bringen Wärmebildgeräte?

Ich wurdeauf die Verwendung von Wärmebildtechnik aufmerksam, als ich ein Video über dieSchwarzwildjagd im Weizen sah. Hier spielt die Wärmebildtechnik ihre Stärkeaus. Gerade erhöhten Geländemarken kann ich in kürzester Zeit nach Wärmequellenableuchten und zielgerichtet angehen. Saujagd im milchreifen Weizen zurSchadensabwehr ist dann effektiv und erfolgreicher. Gerade auf dichteEntfernung (20-40 Meter) ist dabei nicht nur eine quantitative, sondern aucheine qualitative Aussage (Geschlecht, Alter).

Das ist eigentlich für mich der größte Vorteil. Das schnelle Finden vom Wild imRevier.

Zum genauen Ansprechen ist Wärmebildtechnik ungeeignet. Geweihstrukturen bildetdie Wärmebildtechnik nur grob ab, da sie schlechter durchblutet ist. AufEntfernung sieht man eine Wärmequelle und über die Bewegung erkennt man dieWildart. Ein Ansprechen hinsichtlich des Alters und des Geschlechtes ist dannauf Nahdistanz oder mit einem Restlichtverstärker (Nachtsichtgeräthttps://www.geartester.de/s/categories/71/stories/1432) möglich.

Wärmebildgeräte sind tageslichttauglich, um zum Beispiel Jungwild vor derWiesenmahd aufzuspüren. Dabei ist ein erhöhter Standort notwendig, da sonst das hoheGras wie eine Betonmauer die Wärmeabstrahlung/ -detektion verhindert.

Gleiches gilt für Totsuchen. Da die Körpertemperatur erlegter Stücke schnellabnimmt, ist die Totsuche mit einer Wärmebildkamera zeitlich limitiert. Nacheiner Damwilddublette und einer halbstündigen Suche lief ich frustriert zum entferntstehenden Auto und holte die Wärmebildkamera ... im Nachhinein hätte ich mirviel Zeit sparen können.

Ein ähnliches Aha-Erlebnis hatte ich in Ungarn bei der Morgenpirsch in einemRotwildrevier. Der Rothirsch im Bestand war durch das Fernglas nur sehr schwerund spät auszumachen. Mit dem Pulsar war er allerdings schnell und sicherdarstellbar. In diesem Fall konnten wir uns bei der Fotojagd sehr gut underfolgreich darauf einstellen.

Schweiß kann die Wärmebildkamera nach meiner Meinung nicht detektieren. Dafürdürfte die geringe Masse zu schnell auskühlen bzw. die Umgebungstemperaturerreichen und sich dadurch nicht deutlich abheben. Ich hatte damit jedenfallskeinen Erfolg.

Die Bedienbarkeit

ZurBedienung in der Praxis...

Es gibt nur wenige Tasten/ Schalter auf der Ober- bzw.Vorderseite des Wärmebildgerätes. Die Form und die Anbringung lässt eine intuitiveBedienung auch in der Dunkelheit zu. Die Tasten sind nicht beleuchtet. DerKombischalter (Dreh & Druck) an der Vorderseite erlaubt die Menüwahl. DasMenü erschien mir auf dem ersten Blick sehr kompliziert und ist nur für diepersönlichen Vorlieben der Nutzer wichtig. So können diverse Farbmodies gewähltwerden, die aus meiner Sicht nicht alle nötig wären. Darüber hinaus kann der Kontrast und dieHelligkeit eingestellt werden.

DasPULSAR Wärmebildgerät ist schnell ein- und ausschaltbar. Frühere Modellehatten hier wohl Defizite und nach dem Einschalten dauerte es Sekunden bis esbetriebsbereit war. Der Schnellstart beim XQ 38/ 50S erlaubt dasbatteriesparende Ausschalten (ein Reservepack lag aber auch beim Lieferumfangdabei). Weiter regelt das Gerät im Automatikmodus alles allein. So kalibriertdas Wärmebildgerätdas Bild in regelmäßigen Abständen. Dann steht das Bild für circa 2-3Sekunden. Die Kalibrierung selbst verursacht ein leises Geräusch. Um dies zuUmgehen schaltet man die Kalibrierung einfach auf manuell.

Dermitgelieferte Trageriemen ermöglicht das Tragen wie ein Fernglas. Die Benutzungerfolgt ebenso. Ich habe durch die niedrige Einstellmöglichkeit der Helligkeitkeine übermäßige Blendung erfahren, sodass ich danach auch schnell mit derZieloptik das Wild ins Absehen bekam.

Die XQ Reihe haben einen eingebauten Entfernungsmesser. Der funktioniert nach demSchablonenprinzip und lässt nur einen groben Anhalt zu. Ein wirklicherEntfernungsmesser ist er nicht.

DiePulsar Wärmebildgeräte haben an der Unterseite einen Ausgang für das Videosignal. Mitdem mitgelieferten Kabel kann ein Videorecorder (YUKON MPR Recorderhttp://amzn.to/2kfNDRY) angeschlossenwerden. So konnte ich meine „Wärmebilder“ in der Praxis auch dokumentieren. DieAnbringung des Videoausganges an der Unterseite hat jedoch nur Nachteile. DasKabel ist ständig im Weg und beim Transport muss der Stecker abgeschraubtwerden. Das ist nicht jagdtauglich. Bereits nach kurzem Gebrauch waren diefeinen Pole im Stecker verbogen. Das einmal verlorene Kabel fand sich nacheinigen Tagen im Revier wieder an. Zwischenzeitlich hatte ich vergeblichversucht ein Ersatzteil zu bestellen. Hier würde ich mir einen Schnellverschlußoder eine andere praktikable Lösung wünschen.Wärmebildkamera Pulsar Quantum XQ - ein Gerät mit herausragendem Finderwillen (3)Wärmebildkamera Pulsar Quantum XQ - ein Gerät mit herausragendem Finderwillen (4)

Und ja, beider Verwendung von derart moderner Technik geht ein Teil meiner Jägerromantikverloren. Ich glaube aber, dass die Interessenten für derartige Technik nichtunter den Jagdromantikern, sondern unter passionierten Sauenjägern oderwildschadensgeplagten Revierbesitzern zu finden sein werden.

Auch dieKitzrettung, die Totsuche (wenn kein Jagdhund sofort zur Stelle ist) oder derObjektschutz sind Anwendungsgebiete dieser Technik. Die Wärmebildkamera Pulsarstellt leistungsfähig die Spitze dar und das spiegelt sich im Preis wieder. Erunterscheidet sich dabei nicht von dem Preis einer Zieloptik oder einesNachtfernglases der sogenannten Premiummarken.

In diesem Sinne

Gruß und Waidmannsheil

Euer Dreispross

Im folgendenVideo mit praktischen Beispielen erklärt mir Fabian Prüller von der Firma Jagdf*ck das PulsarWärmebildgerät. Auf seiner Internetseite findet man weitere Informationen


TechnischeDaten

Gerät Pulsar Quantum XQ 50S Pulsar Quantum XQ 38S
Vergrößerung 4,1 fach Standard bis 16,4 digitaler Zoom, 50mm Objektiv 3,1 fach Standard bis 12,4 digitaler Zoom, 38mm Objektiv
Sehwinkel 10,0° 9,8°
Dioptrieneinstellung +5/-5 +5/-5
Röhren keine Röhre sondern Geranium Wärmekopf Sensor 50 Hz
Bildschirm Auflösung 384×288 Resolution 640 x 480 Dpi / O-LED
Lichtverstärkung 50 Hz. über Geranium Wärmesensor bei absoluter Dunkelheit 100%
Infrarotstrahler nein
Reichweite > 1800 Meter > 1350 Meter
Erkennungsreichweite > 800-1200 Meter > 700-800 Meter
Gewicht 380 Gramm
Abmessungen 22,0x 8,6 x 5,9 cm.
Batterien 4x AA Mignon Penlite oder AKKU
Betriebsdauer 2/3 Stunden
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Author: Rob Wisoky

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