Ant-Man and the Wasp: Quantumania (2024)

Inhalt / Kritik

Nachdem er einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet hat, die Welt zu retten, ist Ruhe im Leben von Scott Lang (Paul Rudd) eingekehrt. Zumindest so ruhig das Leben eines früheren Superhelden sein kann, der mit seiner Autobiografie auf Lesetour ist. Dabei ahnt er nicht, dass sein nächstes Abenteuer nicht weit weg ist. Es wartet sogar zu Hause: Seine Tochter Cassie (Kathryn Newton) hat an einem Gerät gearbeitet, das die Kommunikation mit der Quantenebeneermöglicht. Als Janet van Dyne (Michelle Pfeiffer), die selbst 30 Jahre lang dort gefangen war, davon erfährt, drängt sie darauf, das Gerät sofort auszuschalten. Doch zu spät: Die drei werden zusammen mit Janets Mann Hank Pym (Michael Douglas)und der gemeinsamen Tochter Hope (Evangeline Lilly) in die winzige Welt hineingezogen. Dort wartet auch schon sehnsüchtig der mysteriöse Kang (Jonathan Majors) auf sie, der noch eine alte Rechnung mit Janet offen hat …

Bunt-bizarre Miniaturwelt

Inmitten des ausufernden Marvel Cinematic Universe waren die Geschichten um Scott Lang, der sich mithilfe eines besonderen Anzugs wahlweise in einen Winzling oder einen Riesen verwandeln kann, immer eine Spur kleiner. Im Gegensatz zu seinen Kollegen und Kolleginnen, die immer gleich die ganze Welt retten mussten, war er mehr mit sich und seiner Familie beschäftigt. Das konnte man dann als angenehm und sympathisch empfinden – oder irgendwie belanglos. Auch die Eispielergebnisse von Ant-Man (2015) und Ant-Man and the Wasp (2018) waren eine ganze Spur kleiner als bei den Spektakeln der anderen. Dabei spielt die Titelfigur über Umwege doch eine Rolle. So wurde er zu einer Schlüsselfigur beim Kampf gegen Thanos in Avengers: Endgame. Und auch der dritte Solofilm Ant-Man and the Wasp: Quantumaniaist von Bedeutung, führt er doch den Gegenspieler Kang ein, von dem es heißt, er werde der nächste große Antagonist im MCU.

Bis der Film aber bei der Figur ankommt und einen Einblick gibt, was sie so gefährlich macht, vergeht eine ganze Weile. Andeutungen gibt es zwar zuhauf, gerade auch von Janet. Aber das erfolgt mehr nach dem Prinzip: bloß nicht zu viel sagen. So als ob à la Harry Potter schon die bloße Nennung seines Namens den Weltuntergang herbeiruft. Die Wartezeit wird in Ant-Man and the Wasp: Quantumania aber gut überbrückt, indem wir ausgiebig die Quantenebene kennenlernen dürfen. Die ist zwar sehr klein, hat aber jede Menge zu bieten. So durfte sich das Team gerade bei der Ausgestaltung der Kreaturen so richtig austoben. Erlaubt ist alles, was geht. Und vieles von dem, was eigentlich nicht geht. Das ist zwar extrem CGI-lastig, wenn quasi der gesamte Film vor Green Screens gedreht wurde. Aber es gibt doch sehr viel zu sehen. Die seltsamen Wesen, welche die Miniaturwelt bevölkern, sind schön skurril und abgedreht. Seit Valerian – Die Stadt der tausend Planetenhat es nicht mehr so viel Spaß gemacht, in einer derart bunt-bizarren Welt unterwegs zu sein.

Stark gespielte Inhaltsleere

Aber das ist eben nur ein Teil der Geschichte. Während die erste Hälfte stark an die Inhouse-Science-Fiction-Konkurrenz Guardians of the Galaxy erinnert, soll es später richtig düster und tragisch werden. Manches davon funktioniert, auch wegen der Besetzung. So darf sich Michelle Pfeiffer zwar nicht ganz so verausgaben wie seinerzeit in Batmans Rückkehr, hat aber als frühere Heldin mit geheimnisvoller Vergangenheit starke Momente. Und auch Jonathan Majors (Devotion) gefällt mit seinen Auftritten als Kang, die geprägt sind von einer bedrohlichen Intensität – selbst wenn das Drehbuch ein bisschen vage bleibt. An der Stelle profitiert Ant-Man and the Wasp: Quantumaniamal wieder von der Zugkraft die Reihe, die regelmäßig schauspielerische Schwergewicht anlockt und damit selbst dünn gezeichneten Figuren Schwere und Gehalt gibt.

Doch auch dieses Talent kann nicht verdecken, dass der Film im weiteren Verlauf immer uninteressanter wird. Dass man bei Marvel ungern narrative Experimente eingeht, ist kein Geheimnis. Nur selten wird einmal von der Formel abgewichen. Hier wird nicht einmal der Versuch gewagt, in der zweiten Hälfte wird Ant-Man and the Wasp: Quantumania so einfallslos und austauschbar, dass man da eigentlich aus dem Kino gehen kann und trotzdem die Geschichte schon gesehen hat. Die Kreativität, welches das Team bei der Welt und den Kreaturen zeigte, fehlt hier, wodurch es zu einem recht starken Bruch zwischen den zwei Hälften kommt. Klar funktioniert das auch in der x-ten Variante. Und wenn der Film eines zeigt, dann ist es, wie anpassungsfähig manche Konzepte sind. Wer hätte gedacht, dass die Kavallerie auch mal Ameisen sein können? Dennoch hält sich das Gefühl, das schon Phase 4 des MCU begleitet hat: Die Reihe hat trotz vieler Figuren nichts mehr zu erzählen.

Credits

OT: „Ant-Man and the Wasp: Quantumania“
Land: USA
Jahr: 2023
Regie: Peyton Reed
Drehbuch: Jeff Loveness
Musik: Christophe Beck
Kamera: William Pope
Besetzung: Paul Rudd, Evangeline Lilly, Jonathan Majors, Michelle Pfeiffer, Michael Douglas, Kathryn Newton, David Dastmalchian, William Jackson Harper, Katy O’Brian, Corey Stoll

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Ant-Man and the Wasp: Quantumania (2024)
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